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Schanze, Karoviertel und Ottensen: Drei Hamburger Viertel entdecken

Schanze, Karoviertel und Ottensen: Drei Hamburger Viertel entdecken

Am Schulterblatt stehen die Cafétische dicht beieinander, in der Marktstraße ziehen kleine Schaufenster den Blick auf sich, und in Ottensen führt der Weg zwischen Wohnhäusern zu alten Fabrikhallen. Wer in Hamburg Stadtviertel zu Fuß erkundet, erlebt auf wenigen Straßen ganz unterschiedliche Seiten der Stadt. Schanze, Karoviertel und Ottensen eignen sich besonders für einen Bummel mit offenen Augen und Zeit für eine Pause. Die ersten beiden liegen unmittelbar nebeneinander; für Ottensen lohnt sich ein eigener Abstecher nach Altona.

Schanzenviertel entdecken: zwischen Schulterblatt und Seitenstraßen

Die Schanze ist lebhaft, politisch geprägt und stellenweise ziemlich voll. Rund um Schanzenstraße, Susannenstraße und Schulterblatt mischen sich kleine Geschäfte, Restaurants, Kneipen und der Alltag eines dicht bewohnten Viertels. Fahrräder stehen vor den Häusern, Plakate überlagern sich, und auf den Gehwegen begegnen sich Einkaufende, Nachbarn und Ausgehpublikum.

Ein markanter Orientierungspunkt ist die Rote Flora am Schulterblatt. Das frühere Veranstaltungsgebäude wurde 1989 besetzt und wird seitdem als autonomes Kulturzentrum genutzt. Seine Geschichte gehört zum Verständnis des Viertels ebenso wie die gastronomische Vielfalt ringsherum.

Es lohnt sich, den Blick gelegentlich von den Erdgeschossen zu lösen. Über den Ladenfronten zeigen sich verzierte Altbaufassaden, Erker und Balkone. In den Seitenstraßen verändert sich die Atmosphäre oft schon nach wenigen Schritten.

Ein kurzer Rundgang durch die Schanze

Startet am Bahnhof Sternschanze und geht die Schanzenstraße Richtung Süden entlang. Über die Susannenstraße erreicht ihr das Schulterblatt. Dort könnt ihr euch rund um die Rote Flora umsehen, bevor ihr über die Bartelsstraße und die Schanzenstraße zum Ausgangspunkt zurückkehrt.

Plant dafür etwa 45 bis 60 Minuten ein, wenn ihr langsam geht und zwischendurch stehen bleibt. Ein Cafébesuch kommt zusätzlich dazu.

Wer anschließend noch ins Grüne möchte, ergänzt einen Abstecher in den Schanzenpark beim Bahnhof. Der ehemalige Wasserturm ist dort ein auffälliger Blickfang. Für einen ruhigeren ersten Eindruck empfiehlt sich der Vormittag; am späten Nachmittag und abends nimmt das Straßenleben deutlich zu.

Anreise: Der Bahnhof Sternschanze ist mit S-Bahn und U3 erreichbar.

Karoviertel: kleine Läden und kurze Wege

Das Karolinenviertel, meist Karoviertel genannt, gehört zu St. Pauli. Zwischen Messegelände, Heiligengeistfeld und ehemaligem Schlachthofgelände liegt ein kompaktes Quartier, dessen wichtigste Bummelachse die Marktstraße ist.

Hier lohnt sich langsames Gehen besonders. Mode, Schmuck, Gestaltung und Gebrauchtes liegen dicht beieinander; dazwischen bieten Cafés und kleine Lokale Gelegenheit für eine Pause. Viele Schaufenster sind individuell gestaltet. Manchmal genügt schon ein Blick auf eine Auslage, um länger stehen zu bleiben als geplant.

Im Vergleich zum Schulterblatt wirkt das Karoviertel häufig etwas überschaubarer. Trotzdem ist es ein bewohntes Stadtquartier mit Lieferverkehr, Fahrrädern und schmalen Gehwegen. Gerade darin liegt ein Teil seines Reizes: Geschäfte und Nachbarschaft teilen sich einen kleinen Raum.

Von den Messehallen zur Feldstraße

Beginnt an der U-Bahn-Station Messehallen und geht über die Karolinenstraße zur Marktstraße. Folgt ihr nach Westen und macht einen kurzen Abstecher in die Glashüttenstraße. Anschließend kehrt ihr zur Marktstraße zurück und lauft weiter zum ehemaligen Schlachthofgelände rund um das Knust.

Von dort erreicht ihr die U-Bahn-Station Feldstraße. Für diesen Spaziergang reichen etwa 30 bis 45 Minuten, sofern ihr keine längeren Ladenbesuche einplant.

Für eine zusätzliche grüne Etappe bietet sich Planten un Blomen nahe dem östlichen Rand des Viertels an. Wer vor allem stöbern möchte, sollte dagegen genug Zeit für die Marktstraße und ihre Nebenstraßen lassen.

Anreise: Messehallen liegt an der U2, Feldstraße an der U3. Dadurch könnt ihr den Weg bequem in beide Richtungen gehen.

Ottensen: Plätze, Nachbarschaft und Industriegeschichte

Ottensen zeigt eine andere Mischung aus Stadtleben und Geschichte. Rund um die Ottenser Hauptstraße und die Bahrenfelder Straße gibt es zahlreiche Geschäfte und gastronomische Angebote. Dazwischen liegen Wohnstraßen und Plätze, an denen sich der Alltag des Viertels abspielt.

Der Spritzenplatz ist ein guter Orientierungspunkt für den ersten Besuch. Weiter nördlich bildet der Alma-Wartenberg-Platz mit den umliegenden Cafés und Lokalen einen weiteren Treffpunkt. Auch hier kann es am Wochenende und abends lebhaft werden.

Ein besonders anschauliches Stück Industriegeschichte sind die Zeisehallen an der Friedensallee. In der ehemaligen Schiffsschraubenfabrik haben heute unter anderem Kino und Gastronomie ihren Platz. Achtet auf die Backsteinarchitektur und die erhaltenen Spuren der früheren Nutzung. Der Wechsel zwischen Fabrikgebäuden und benachbarten Wohnhäusern macht diesen Teil Ottensens interessant.

Ein Ottensen-Spaziergang ab Bahnhof Altona

Verlasst den Bahnhof Altona Richtung Ottensen und folgt der Ottenser Hauptstraße zum Spritzenplatz. Anschließend geht ihr entlang der Bahrenfelder Straße zum Alma-Wartenberg-Platz. Von dort führt ein kurzer Abstecher über die Friedensallee zu den Zeisehallen.

Für den Rückweg könnt ihr über die Kleine Rainstraße und die Große Rainstraße wieder Richtung Bahnhof gehen. Mit Schaufensterstopps und einem Blick in die Zeisehallen ist das eine Runde von ungefähr 60 bis 90 Minuten. Wer gemütlich essen möchte, plant entsprechend mehr Zeit ein.

Für die Planung: Im Rahmen von „freiRaum Ottensen“ werden Teile der Bahrenfelder Straße, der Ottenser Hauptstraße und der Großen Rainstraße umgestaltet. Prüft vor eurem Besuch die aktuellen Bauabschnitte und Einschränkungen in Ottensen. Je nach Bauphase müsst ihr den vorgeschlagenen Rundgang etwas anpassen.

Anreise: Der Bahnhof Altona ist mit S-Bahn und zahlreichen Buslinien erreichbar und liegt direkt am östlichen Rand des Viertels.

So plant ihr euren Viertelbummel

Für einen halben Tag lassen sich Schanze und Karoviertel gut verbinden. Vom Schulterblatt führt der Weg über den Neuen Pferdemarkt zum ehemaligen Schlachthofgelände und weiter in die Marktstraße. Plant mit einer Essenspause und etwas Zeit in den Geschäften etwa drei bis vier Stunden ein.

Ottensen verdient einen eigenen Vor- oder Nachmittag. Wenn ihr alle drei Viertel an einem Tag besuchen möchtet, erleichtert eine Bahnfahrt nach Altona den Wechsel. Prüft die passende Verbindung kurz vor der Abfahrt in der hvv-Fahrplanauskunft.

Für einen Einkaufsbummel passen ein später Vormittag oder der Nachmittag. Sonntags solltet ihr bei vielen Geschäften mit geschlossenen Türen rechnen; für Architektur, einen Spaziergang und eine Cafépause kann der Tag trotzdem gut passen. Mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität sind kurze Etappen sinnvoll, denn Pflaster, volle Gehwege und Baustellen können das Vorankommen erschweren.

Lasst zwischen den Stationen etwas Zeit frei. Ein interessantes Schaufenster, eine Fassade oder ein freier Tisch in der Sonne sind oft ein guter Grund, den geplanten Weg kurz zu unterbrechen.